Die Freiheit der Abtreibung

Beim Herrn Alipius hab ich davon gelesen und dann auch bei sophophilo: Dem Gebet für Abreibung. Nein, das ist kein Druckfehler

Nachdem ich das dort verlinkte Video gesehen hab, bin ich etwas skeptisch, was die Bewertung von sophophilo angeht. Vielleicht bin ich ja auf die „Propaganda“ reingefallen, weil da recht wenig von abortion die Rede ist, aber ich verstehe das Ganze so, daß die im amerikanischen Umfeld, wo es immer noch ein wenig tabu und igitt ist über Sex und Verhütung zu reden, diese Themen zu thematisieren. Als Protestant hab ich da vielleicht auch teilweise andere Ansichten als ein Katholik.

Was mich hier aber am meisten interessiert ist, inwieweit Abtreibung etwas mit Freiheit zu tun hat, wie sophophilo jedenfalls das Video verstanden hat. In den Zusammenhang fällt dann auch die Frage, ob man für Abtreibung beten kann.

Grndsätzlich, und da unterscheide ich mich nicht groß von den Katholiken, halte ich Abtreibung für verkehrt. Allerdings bin ich für legale Abtreibungen, da ich davon ausgehe, daß ansonsten Kinder illegal abgetrieben werden mit viel größeren Risiken auch für die Mutter. Im Zweifel kommt der Druck von Eltern der werdenden Mutter oder vom Kindsvater. Dies nd mögliche Gefährdngen der Mutter aus medizinischen Gründen sind für mich Grund genug, Abtreibung nicht komplett zu verteufeln, auch wenn ich ihr ablehnend gegenüberstehe.

Die Ablehnung folgt daras, daß Abtreibung eben gerade nicht Freiheit bedeutet, sondern Unfreiheit. Man ist und bleibt bei einer Abtreibung in den alltäglichen Notwendigkeiten gefangen. Man ist nicht in der Lage oder auch nicht willens, sie zu durchbrechen, um eines der größten Wunder zu erleben, die die Welt zu bieten hat: Der Geburt eines neuen Lebens. Frei, und zwar frei von Sorgen und Befürchtungen, die mit der Veränderung der Lebenssituation zusammenhängen, ist diejenige bzw derjenige (der Druck kommt ja oft von den Männern), der sich trotz aller Sorgen für das Kind entscheiden kann. Unfrei ist der, der lieber alles beim alten beläßt.

Es ist dies natürlich ein anderes Freiheitskonzept als man sonst hat. Sonst gilt ja derjenige als frei, der in der Lage ist, seinen alten Trott trotz aller Störungen von außen beizubehalten. Frei ist der, dessen Ketten, mit denen er an die Tretmühle des Lebens angeschlossen ist, nicht zerspringen. Seine Welt ist eingerichtet, so daß er sich mit ihr arrangiert hat, und sie bleibt eingerichtet, solange er nach dieser Art „frei“ ist. Frei bedetet demnach, nicht gestört zu werden. Schlußendlich ist das Ideal die Einsamkeit mit sich selbst in einer Welt, die nach eigenen Vorstellngen eingerichtet ist und läuft.

Ich meine, dies ist keine Freiheit, sondern Knechtschaft unter eigener Knute. Und in diese „Freiheit“ gehört auch die „Freiheit zur Abtreibung“, den die Abtreibung ermöglicht das Beibehalten des status quo.

Dem entgegen verstehe ich als Freiheit, wenn man unbefangen in die ungewisse Zukunft blicken kann. Wenn man losgelöst von allen Zwängen und Pflichten sich für das entscheiden kann, was richtig und gut ist. Und ich kann nicht anders, als Herrn Alipius Recht zu geben, daß ein Baby zum Besten gehört, was einem widerfahren kann.

Deshalb halte ich die Entscheidung zu einem Kind für frei, im Gegensatz zur Entscheidung gegen ein Kind, und nur weil nicht jeder zu jeder Zeit die Kraft zur absoluten Freiheit hat (wir sind alle Menschen und Sünder und nicht perfekt), bin ich gegen ein Verbot der Abtreibungen und für eine Regelung, die auch ide Mütter ernst nimmt.

Das Ideal wäre eine Ermächtigung der Unfreien zur Freiheit. Kein Mensch würde sich unter allen Umständen gegen ein Kind entscheiden, denn ich bin überzeugt davon, daß jeder Mensch erkennt, daß ein Kind zu haben, Mutter oder Vater zu sein, prinzipiell ne wahnsinnig gute Sache ist. Es gibt aber eben diese Umstände, diese Sachzwänge und Sorgen, die Menschen dazu bringen, sich trotz allem gegen das Kind zu entscheiden, weil die Zwänge ihnen ihre Kräfte rauben, die sie zur Freiheit benötigen.

Hier meine ich, muß jede Pro-Life Aktivität ansetzen, und leider sehe ich das kam, sondern leider meist nur Kritik an denjenigen, die Unfrei sind. Statt die Not der Unfreien, nämliche ihre Unfreiheit, anzugehen, geht man die Unfreien an. Ist ein wenig als ob man Sklaven beschimpft, weil es Sklaverei gibt…

Wo sind die kirchlichen Gruppen, die für ein Adoptionsrecht eintreten, das sicherstellt, daß ngewollte Kinder unterkommen? Wo sind die Religiösen, die sich bereiterklären, Kinder afzunehmen, die sonst abgetrieben würden? Wo sind die Pro-Life Leute, die das Sex-vor-der-Ehe-Sünde Gebrabbel einmal sein lassen, und der jngen Schwangeren einfach nur in ihren Ängsten beistehen, nicht nur durch Gebet (so wichtig auch das ist), sondern auch konkret im täglichen Leben, und in den Konflikten mit Familie, Kindsvater und sonstigem Umfeld? Die das Leben in der veränderten Situation erleichtern, und nicht drch Verdammung erschweren?

Nein, man sollte nach meinem Dafürhalten nicht für Abtreibung beten, weil es eben ein Gebet gegen Freiheit ist, aber man sollte auch nicht Abtreibung verdammen und Schwangere stigmatisieren und alleine lassen.

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6 Antworten zu Die Freiheit der Abtreibung

  1. lakeofbees schreibt:

    Erstmal, sehe ich das mit der Freiheit genauso wie Du. Trotzdem gibt es auch Frauen, die eine Schwangerschaft nicht austragen, weil sie beschlossen haben, dass es wichtiger ist eine Karriere zumachen, ein Haus abzuzahlen oder ein zweites Auto zu fahren, ohne die sie auch gut leben könnten. Sklaverei kann auch für den Sklaven sehr attraktiv sein. Ich halte es für Propaganda, wenn man alle Abbrüche, die in Deutschland passieren, Leuten in die Schuhe schiebt, die kurz vor Hartz -4 stehen.
    Würde ich meinen jemanden erschießen, mit der Begründung, dass er meinen Lebensplänen in Sachen Karriere und Wohlstand im Weg war, hätten bundesdeutsche Richter wohl schnell ein über mich gefällt und niemand käme auf den Gedanken mir per Gesetz Zugang zu Schusswaffen und Beratung für den sicheren Umgang mit ihnen gewähren, nur weil die Waffen auch das Risiko bergen, dass ich mich bei unprofessionellem Umgang mit ihnen selber erschieße.
    Zweite Propaganda-Falle ist die Behauptung die Kirche bzw. die Pro Life Bewegung würde sich nur mit Protest und Mahnwachen beschäftigen, aber sich weder um die Schwangeren und später schon gar nicht um die Kinder kümmern. Das ist schlicht falsch. In Deutschland sind Adoption und Sozialführsorge sehr stark reglementiert und im Großen und Ganzen verstaatlicht. Trotzdem gibt es Fonds, Mutter und Kind Einrichtungen, Heime und Familienzentren in kirchlicher und katholischer Vereinsträgerschaft, die Hilfe anbieten. Guck dir die Schönstätter an oder hmk. In den Staaten sieht es – weil nett gesagt,mehr Raum für Privatinitiative da ist – ganz anders aus. Daher gibt es dort ja zur Zeit eine heftige Auseinandersetzung, um die Gesundheits- und Anti-Diskriminierungsgesetzgebung. Die meisten Adoptionsagenturen dort werden von christlichen Trägern betrieben und die katholischen Träger sehen ihre Arbeit nun gefährdet, weil sie vom Gesetz gezwungen werden auch homosexuellen Paaren Kinder zu vermitteln und Krankenhäuser bzw. Sozialstationen sollen demnächst Verhütungsmittel inkl. der Pille danach auch an Frauen abgeben, deren Behandlung auch aus staatlichen Fürsorge-Töpfen mitfinanziert wird. Sonst – so droht der Staat – werden alle Zuschüsse aus Staatstöpfen für die betreffende Einrichtung gestrichen. Es geht nicht nur um die Versicherung der eigenen Angestellten.
    Ich weiß nicht, was Du unter Sex vor der Ehe ist Sünde Gebrabbel verstehst. Sowas wie Version Liebe e.V. ? Ich finde ihr Entwurf von Liebe und Partnerschaft ist nicht unattraktiv und auch außerhalb der katholischen Morallehre machen einige ihre Argumente Sinn. Zudem kenne ich kenne keinen Fall von Windbestäubung bei Menschen und die meisten Frauen geben, neben sozialen Gründen, auch instabile Partnerschaften und emotionalen Stress als Gründe für eine Abtreibung an. Und es sind eben nicht die Teenager-Mütter, die in Massen abtreiben. Es sind die Frauen 25+, 60% haben schon Kinder und sie leben länger bestehenden Partnerschaften. Eine Gesellschaft die Sexualität so sehr von den Themen Liebe und Verantwortung abgekoppelt hat und gleichzeitig so viele schlechte Partnerschaften und gefährdete Familien produziert, muss sich, denke ich, nicht über die Feststellung aufregen, dass hier einige Sünde -strukturelle und persönliche – in Action sieht.

  2. Trotzdem gibt es auch Frauen, die eine Schwangerschaft nicht austragen, weil sie beschlossen haben, dass es wichtiger ist eine Karriere zumachen, ein Haus abzuzahlen oder ein zweites Auto zu fahren, ohne die sie auch gut leben könnten.

    Eben, in den Sachzwängen gefangen. In ihrem Wunsch nach Ato, Karriere, Haus gefangen. Unfrei. Sklaven des Konsumismus. Wenn ich die nicht genügend bedacht habe im Artikel liegt es daran, daß ich die Probleme vergewaltigter Teenager, schwangerer unverheirateter und finanziell notleidender Frauen als gravierender ansehe.

    In Deutschland sind Adoption und Sozialführsorge sehr stark reglementiert und im Großen und Ganzen verstaatlicht. Trotzdem gibt es Fonds, Mutter und Kind Einrichtungen, Heime und Familienzentren in kirchlicher und katholischer Vereinsträgerschaft, die Hilfe anbieten.

    Die Kirche – nicht nur Deine, auch meine – übt ansonsten Einfluß auf den Staat aus, um die Gesetzgebung in ihrem Sinne zu gestalten. Gerade auch beim Thema Schwangerschaftsabbrüche (da ist Deine Kirche deutlicher). Was spricht dagegen, den gleichen Druck etwa bei der Adoption aufzubauen? Ich finde es gut, wenn es da Hilfsorganisationen gibt. War mir bisher nicht bewußt, vielleicht könnte man auf die stärker hinweisen, wenn man als Bischof wieder gegen den Baby-Holocaust wettert. (nicht vergessen, wir stehen hier auf der gleichen Seite)

    Ich weiß nicht, was Du unter Sex vor der Ehe ist Sünde Gebrabbel verstehst. Sowas wie Version Liebe e.V. ?

    Ich kenn Liebe e.V. nicht. Ich hab auch nichts dagegen, wenn jemand mit dem Sex bis nach der Hochzeit wartet, das ist jedem seine Privatsache. Wogegen ich aber etwas habe ist, wenn vorehelicher Sex als Sünde diffamiert wird (steht nicht in der Bibel!), um irgend einen bürgerlichen Moralkodex ausm 18./19. Jhd. als einzig „christlich“ darzustellen. Es ist doch so, daß Pro Life Leute häufig so rüberkommen (vor allem in USA, vor allem evangelischerseits), daß sie den Leuten vorschreiben wollen, wann sie Sex haben und daß sie nicht abzutreiben haben, aber sie auf der anderen Seite alleine lassen. Man siehe nur, wie stark der Widerstand gegen eine Krankenversicherung ist. Die Mentalität ist, daß der Nächste gefälligst für sich selbst zu sorgen hat. Da geht mir das Messer im Sack auf. Das ist reine Gesetzlichkeit ohne Evangelium, da ist keine Liebe. Das regt mich wahnsinnig auf!

    Und es sind eben nicht die Teenager-Mütter, die in Massen abtreiben. Es sind die Frauen 25+, 60% haben schon Kinder und sie leben länger bestehenden Partnerschaften.

    Und ach hier gibt es Gründe. Du sprichst von instabilen Partnerschaften. Dann muß gut gemachte Pro Life Aktivität doch hier ansetzen, Partnerschaften stabilisieren, und nicht Plastikembryonen in Briefkästen werfen, wie vor ner Weile im Saarland, oder nicht? Man muß sehen, welche Unfreiheit die Mütter davon abhält, die Kinder auszutragen, und dann den Müttern helfen, frei zu werden. Das geht womöglich sogar ohne jemals das Thema Abtreibung auf den Tisch zu bringen.

    Eine Gesellschaft die Sexualität so sehr von den Themen Liebe und Verantwortung abgekoppelt hat und gleichzeitig so viele schlechte Partnerschaften und gefährdete Familien produziert, muss sich, denke ich, nicht über die Feststellung aufregen, dass hier einige Sünde -strukturelle und persönliche – in Action sieht.

    Ähm, sorry, Du wirfst hier zwei Dinge durcheinander. Vorehelicher Sex kann begründet sein durch eine Entkopplung von Geschlechtsverkehr, Liebe und Verantwortung, muß es aber nicht sein. Wer sagt denn, daß Sex nach der Ehe immer verantwortungs- und liebevoll ist? Also wäre es doch sinnvoll, in dem Themenfeld gar nicht groß über die Ehe zu sprechen, sondern über den Zusammenhang von Sex, Liebe und Verantwortung. Die Leute ziehen dann schon die richtigen Schlüsse, davon bin ich überzeugt. Man muß Werbung machen, für die freie Alternative. Durch Ge- und Verbote kann man niemanden anlocken und motivieren. Wir sind ja nicht für Liebe nd Verantwortng, m den Leuten eine Last aufzulegen, wir sind ja dafür, weil es für die Leute am Ende besser ist, sie weniger Nachteile haben, weniger leiden. Das wird leider viel zu oft unzreichend vermittelt.

  3. lakeofbees schreibt:

    Also, beim Thema vorehelichem Sex kommen wir auf keinen grünen Zweig. Die Bibel kennt meiner Meinung nach keinen vorehelichen Sex und die Ehe ist ein Sakrament. Wer das nicht so sieht, kann meinetwegen machen was er will. Und niemand hat je behauptet, dass alles geht, solange man nur schön verheiratet ist. Wie gesagt, mal einen Blick auf die Theologie des Leibes werfen, bevor man jeden der : Lass es besser!-sagt in einen Topf mit der us-amerikanischen Prüderie wirft.
    Was Du mir aber mal dringend erklären musst, ist warum eine Frau, die eine hilflose Person tötet, weil sie unter sozialem Stress wegen einer grottigen Partnerschaft steht, straffrei bleiben darf, ein Neo-Nazi, der unter dem Gruppendruck sich als ganzer Kerl zu beweisen und deshalb Rolli-Fahrer totschlägt, doch bitte möglichst lange weggesperrt gehört.
    Entweder alle Menschen sind Personen von Anfang an und es ist egal, warum jemand mordet oder ermordet wird oder wir haben ein schwerwiegenderes Problem wie Abtreibung. Der dritte Monat als Grenzlinie ist wissenschaftlich gesehen Humbug, das weißt Du sicher auch. Und diese völlig willkürliche Grenze wird ja auch gerne hin und her geschoben. Lebensrecht für gesunde Kinder ab der neunten Schwangerschaftswoche, für kranke leider erst ab dem 6. Monat. Da werden Menschen getötet, wer es da igitt findet, wenn er mit den Bildern konfrontiert wird, die das zeigen und weiterhin lieber von entfernten Zellhaufen oder fötalem Gewebe reden will, damit sich auch ja keine Frau, die abgetrieben hat verletzt fühlt, der hat ein Schoss raus, echt.
    Und ja, es gibt Partnerschafts- und Ehevorbereitungsseminare und Laiengemeinschaften, die nix anderes machen als sich um Familie- und Partnerschaft zu kümmern, wie z.B. Canaan.
    Wie sieht es eigentlich bei Dir aus? Warst Du schonmal bei sowas, oder kennste das nur vom Hörensagen? Würdest Du deine Konfis zu sonnem Seminar schicken?

  4. Die Bibel kennt meiner Meinung nach keinen vorehelichen Sex

    Stimmt schon, das liegt aber daran, daß die Ehe mit dem Sex geschlossen wird und nicht durch irgend eine Zeremonie. Adam und Eva haben nicht geheiratet, sie hatten Sex. Gleiches gilt für viele andere Bibelgeschichten. Von den Sexualakt begleitende Festlichkeiten ist nicht viel die Rede. Darüber hinaus ist es genau so richtig zu sagen, daß keine Bibelstelle vorehelichen Sex verbietet. Oder könntest Du eine nennen, die nicht nur nebulös von „Unzucht“ spricht?

    die Ehe ist ein Sakrament

    Da sie nicht durch Christus eingesetzt wurde wie Taufe und Abendmahl, ist sie das nicht.

    jeden der : Lass es besser!-sagt in einen Topf mit der us-amerikanischen Prüderie wirft.

    Mein obiger Artikel hat einige Spitzen gegen das Freikirchentum. Daß Du es auf den Katholizismus beziehst ist erst mal Dein Problem. Der Katholizismus ist für mich nicht mal groß interessant, denn entweder handelt es sich um einen Glauben, der weniger mit dem Evangelium und viel mit irgendwelchen Zeremonien zu tun hat, also weitgehend in der Form erstarrt (bei allen immer noch vorhandenen positiven Aspekten), oder es handelt sich um Uta und Freunde wir sind alle so modern Batiktücher-Gedöns, und dem kann ich ach nicht viel abgewinnen. Deshalb setzt ich mich öfters mal mit den Freikirchen auseinander, die stehen mir von ihrer Tradition her näher, und sie sind auch interessanter. Von den vorreformatorischen Kirchen find ich die Orthodoxie um einiges interessanter als die Kirche von Rom, die haben auch einiges mehr verstanden.

    Was Du mir aber mal dringend erklären musst, ist warum eine Frau, die eine hilflose Person tötet, weil sie unter sozialem Stress wegen einer grottigen Partnerschaft steht, straffrei bleiben darf, ein Neo-Nazi, der unter dem Gruppendruck sich als ganzer Kerl zu beweisen und deshalb Rolli-Fahrer totschlägt, doch bitte möglichst lange weggesperrt gehört.

    Je nach Form des Gruppendrucks würd ich versuchen den Neo-Nazi da rauszuholen, statt ihn wegzusperren und mit dieser Gruppe allein zu lassen. Diese Verächtlichmachung der Frau, ohne jede Empathie oder auch nur Interesse für die Motive, find ich zum Kotzen, sorry. Ich find Abtreibung nicht weniger schlimm als Du, aber mir ist es wichtiger nen Ausweg zu finden, als nen Sündenbock zu finden und zu bestrafen. Mein Ziel wäre, der Frau zu ermöglichen, ohne Angst das Kind zu bekommen. Eine Befreiung zum Wohle des Kindes. Dein Ziel scheint zu sein, der Frau Angst zu machen, so daß sie sich für das Austragen als das kleinere Übel entscheidet. Hat mit Befeiung nichts zu tun. Löst auch das Problem nicht, und da D als Christin für das Evangelium stehst verschließt Du der Frau womöglich auf Jahre den Weg zum Evangelium, weil sie es immer mit dieser Angst und dem Zwang in Verbindung bingt.

    Da werden Menschen getötet, wer es da igitt findet, wenn er mit den Bildern konfrontiert wird, die das zeigen und weiterhin lieber von entfernten Zellhaufen oder fötalem Gewebe reden will, damit sich auch ja keine Frau, die abgetrieben hat verletzt fühlt, der hat ein Schoss raus, echt.

    Es geht nicht um igitt finden. Es geht darum, daß mit den Bildern der Graben nur noch tiefer gemacht wird, die Überzeugungsarbeit dafür, daß da wirklich Menschen ermordet werden, noch schwerer wird. Ich halte es einfach für nsinnig, ja kontraprodktiv, den Menschen vorzuhalten, was für schwere Sünder sie sind. Das stößt ab. Und unterbewußt wissen sie es wohl sowieso schon, was sie suchen ist nicht ne Bestätigung dafür, sondern einen Ausweg. Der liefe wohl über Liebe, Unterstützung. Statt dessen kriegen sie Bilder und Schuldgefühle. Großes Kino!

    Wie sieht es eigentlich bei Dir aus? Warst Du schonmal bei sowas, oder kennste das nur vom Hörensagen? Würdest Du deine Konfis zu sonnem Seminar schicken?

    Ich würde auf jeden Fall mit meinen Konfis über das Thema reden, und nicht nr so unter ferner liefen. Ich würde ach zu der ganzen Partnerschaftsgeschichte, Verantwortung etc mit ihnen reden, weil es wichtige Punkte sind, weil die Konfirmation die Aufnahme in den Kreis der Mündigen Kirchenglieder bedeutet, und weil ein mündiger Mensch Verantwortung übernehmen muß und eben kein Kind mehr ist. Wie gut mir das gelingt, wird sich zeigen. Darüber hinaus würde ich darauf hinweisen, wo es überall Hilfe gibt in den verschiedenen Fällen, ich würde versuchen, die Moralkeule zu vermeiden und würde immer auch betonen, daß man immer zu mir kommen kann bei weiteren Fragen und Problemen. Ich werd immerhin Pfarrer, da gehört Seelsorge zu den Hauptarbeitsfeldern. Dafür werd ich mal bezahlt, und damit ich auch nachts um 4 im Dienst bin und mich nicht rausreden kann mit Öffnungszeiten, werd ich verbeamtet.
    Ich würd vielleicht auch Leute von so einem Seminar einladen in den Konfi-Unterricht, aber ich würd die Konfis nicht einfach hinschicken und mich so selbst as der Verantwortung scheißen.

  5. lakeofbees schreibt:

    Ich hab schon Interesse an den Gründen, warum Frauen… wieso eigentlich nur die Frauen, die Kinde haben auch Väter, oder? … sich für eine Abtreibung entscheiden. Was mir ganz gewaltig auf den Senkel geht, ist dass, die Befürworter von Abtreibung so tun, als würde es Menschenrecht auf Abtreibung geben und also würden entsprechende Reproduktionsrechte, in nationaler und internationaler Gesetzgebung festgeschrieben, Frauen aufwerten und schützen. Für die Lobby, die das vorantreibt, ist Abtreibung nur ein Punkt auf ihrer Agenda und das Weltbild was dahinter steht ist so gruselig und wissenschaftlich unannehmbar, dass sie es sehr gründlich vermeiden in eine sachliche Debatte einzusteigen. Stattdessen wird auf die Tränendrüse gedrückt: Die armen Frauen. Die können ja gar nicht anders. Kinder sind ja eine so unglaubliche Belastung in unserer Gesellschaft, dass können Frauen gar nicht alleine schultern. Eigentlich sind es die Kirchen ja selber schuld. Die Moralvorstellungen, die die verbreiten zwingen Frauen ja geradezu zur Abtreibung, wenn sie außerhalb der Ehe schwanger werden. Menschen, besonders Frauen, sind ihrem Sexualtrieb so ausgeliefert, dass sie da eigentlich keine guten Entscheidungen treffen können, da überfordert die Kirche die Menschheit. Weil das so ist und weil die Nebenprodukte dieser Sexualität hinterher eh nur die Heime, Strafanstalten und Sozialsysteme belasten, müssen wir diese hirnlose Vermehrung stoppen. Alleine schon der Umwelt wegen sind Frauen, die einfach ihre Schwangerschaften austragen, ein Risiko. Das müssen wir in den Griff kriegen mit Pille und Spirale. Wenn sie dann trotzdem schwanger werden, muss halt abgetrieben werden. Und Frauen sind ja psychisch so labil, denen darf man auf keinen Fall zu viel abverlangen, wenn die sich mit was überfordert fühlen, drehen die ja direkt durch und dann bringen die sich am Ende noch selber um. Am Besten sagen wir ihnen auch nicht, dass es sich wirklich um einen Menschen handelt, der da in ihrem Uterus sitzt, denn zu viel Wahrheit, damit können Frauen auch nicht umgehen. …
    Wenn Du mich als Frau fragst, dann setzt dieses ganze Mitleidgetue uns Frauen sehr viel mehr herab als Gangsta-Rap. Und das macht mich mächtig sauer. Wer bin ich den? Ne rollige Katze, die steriliert einfach besser dran wäre? Frauen können entscheiden wo, wann und mit wem sie Sex haben. Frauen wissen auch, dass bei konventioneller Verhütung, eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden kann. Wenn sie sich dann entscheiden, auch in Situationen sexuell aktiv zu sein, wo diese Schwangerschaft ein Risiko für ihren Beziehungs- und Sozialstatus ist, ist das auch eine Entscheidung, die sie durchtragen können. Das heißt nicht, dass man ihnen nicht helfen sollte, gerade weil auch die Fixierung auf Erwerbsarbeit ungerecht ist und die Elternarbeit in ihrer Notwendigkeit für die Gesellschaft fast ausblendet wird, aber Frauen sind stark und smart genug, um Verantwortung für sich und ihre Kinder zu übernehmen.
    Wie hat Obama es so schön gesagt? Wenn meine Tochter einen Fehler macht, will ich nicht, dass sie mit einem Kind dafür bestraft wird. Hier spricht wohlgemerkt ein Mann, der selber einmal eine Konfliktschwangerschaft war und sein Leben vllt. der Tatsache verdankt, dass seine Mutter vor Roe vs. Wade mit ihm schwanger war.

  6. bundesbedenkentraeger schreibt:

    wieso eigentlich nur die Frauen, die Kinde haben auch Väter, oder?

    Stimmt, aber wenn ich recht informiert bin, haben die rechtlich kein Mitspracherecht, was ich für ein Unding halte, aber das ist ne ganz andere Diskussion.

    Was mir ganz gewaltig auf den Senkel geht, ist dass, die Befürworter von Abtreibung so tun, als würde es Menschenrecht auf Abtreibung gebe
    n und also würden entsprechende Reproduktionsrechte, in nationaler und internationaler Gesetzgebung festgeschrieben, Frauen aufwerten und schützen.

    Ja, das regt mich auch auf. Ein Recht auf Abtreibung kann es nicht geben, und as meinem obArtikel sollte hervorgehen, daß ich mit der Abtreibung auch keine Aufwertung oder einen Schtz der Frauen verbinde. Abtreibung ist immer und stets schlecht. Ich rechne jedoch bei einem Verbot mit mehr Abtreibungen, dann jedoch im stillen Kämmerlein, und das ist noch schlechter.

    Für die Lobby, die das vorantreibt, ist Abtreibung nur ein Punkt auf ihrer Agenda und das Weltbild was dahinter steht ist so gruselig und wissenschaftlich unannehmbar, dass sie es sehr gründlich vermeiden in eine sachliche Debatte einzusteigen.

    Von Verschwörungstheorien halt ich nicht viel.

    Wenn Du mich als Frau fragst, dann setzt dieses ganze Mitleidgetue uns Frauen sehr viel mehr herab als Gangsta-Rap.

    So wie Du das darstellst, ja. Solche „Frauenrechtler“ kann ich auch nicht ernstnehmen. Allerdings hab ich solche Extreme wie Du darstellst noch nicht getroffen, Gangster Rap aber schonmal gehört…

    Wenn sie sich dann entscheiden, auch in Situationen sexuell aktiv zu sein, wo diese Schwangerschaft ein Risiko für ihren Beziehungs- und Sozialstatus ist, ist das auch eine Entscheidung, die sie durchtragen können.

    Da sind wir einer Meinung. Gleiches gilt analog für Männer.

    Look, I’ve got two daughters. 9 years old and 6 years old. I am going to teach them first of all about values and morals. But if they make a mistake, I don’t want them punished with a baby.

    Naja, er hat’s vielleicht ein wenig anders gemeint:

    Schon alleine, daß er von STD (sexually transferable diseases) spricht, macht auf mich den Eindruck, daß es nicht um Abtreibung, sondern wohl eher um Kondome geht. Er sagt, daß er seine Töchter moralisch etc erziehen will (und spricht von Abstinenz!), aber daß ihm das nicht reicht. Hört sich für mich eher an nach: Tt’s nicht. Aber wenn Ihr’s tut, benutzt ein Kondom. Daß er von „punished with a baby“ spricht, kann ne standard US Redewendung sein, die unreflektiert benutzt hat. Er sagt jedoch nicht in erster Linie, daß ein Baby eine Strafe sei, sondern daß man über Abstinenzerziehung hinausgehen kann. Jetzt wirst Du mir natürlich gut katholisch erklären wollen, daß Kondome des Teufels sind, aber da kommen wir dann auch keinen grünen Zweig mehr.

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