Tageslosung zum 24.03.2012 (1. Chr 29, 17)

Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm.

Eine Aussage über Gottes Wesen. Er prüft das Herz, und wenn Er sieht, daß es aufrichtig ist, ist es Ihm angenehm. Ein sympathischer Zug. Wem ist es schon angenehm, herauszufinden, daß jemand unafrichtig – ein Lügner – ist? Aber wer prüft auch schon Herzen! Ich mein abgesehen von Kardiologen. Also wirklich ein sypathischer Zug?

Das Herz, eigentlich eine schlichte Pumpe von der Funktion her, ist in unserer Kultur Sitz der Emotionen: „Ich liebe Dich von ganzem Herzen“, sagt man schon mal zu seinem Schatz, und dergleichen mehr. Lebkuchen in Herzform ersteht man für den Schatz bei Jahrmärkten, und ach Valentinskitsch hat häufig Herzform. Auch wenn es um Herzeleid geht, wenn einem etwas von herzen leid tut geht es in erster Linie um Emotionen.

Ein aufrichtiges Herz, das ergibt nicht richtig einen Sinn. Aufrichtig bedeutet eigentlich eine Übereinstimmung zwischen dem, was man sagt und dem, was man meint. Eine Aussage „Ich liebe Dich“ kann aufrichtig sein oder nciht. Aber die Liebe selbst ist immer echt, wenn sie denn da ist, da ergibt eine Unterscheidung zwischen aufrichtiger Liebe und unaufrichtiger Liebe keinen Sinn. Es sei denn es ist keine echte Liebe, sondern gespielte Liebe. Aber die findet dann auch nicht im Herzen statt!

In der Kultur des Alten Testaments hat das Herz eine andere Bedeutung als bei uns. Es ist der Sitz der Rationalität. Es entspricht in etwa dem, was wir dem Gehirn zuweisen. Es geht also weniger um das Fühlen als vielmehr um das Denken.

Über das Denken haben wir eine größere Kontrolle als über unsere Gefühle. Wir können hinterlistige Gedanken haben, und uns in unserem Auftreten und Handeln anders geben, als wir eigentlich sind, um einen Vorteil zu erlangen, oder wir können aufrichtig sein und Auftreten und Handeln unseren wirklichen Zielen entsprechen lassen.

Wenn Gott das Herz prüft, dann geht es hier nicht um irgendwelche Gefühlsduseleien, sondern ganz nüchtern um die Übereinstimmung zwischen unserem Tun und unserem Denken. Das ist wirklich ein sympathischer Zug.

Im Kontext des Losungstextes geht es m den Tempelbau in Jerusalem. König David hat Baumaterialien herbeigeschafft und verspricht, noch mehr zu geben. Auch das Volk, die Stämme und Sippen werden um ihre Gabe gebeten, und sie geben.

David dankt nun Gott, indem er bekennt, daß alles von Gott kommt und sowieso Ihm gehört, und daß er nd ach das Volk die Baumaterialien freiwillig und aus aufrichtigem Herzen gaben.

Die Alternative? Nun, David und das Volk könnten Gott die Baumaterialien verweigert haben. Oder sie könnten mit Hintergedanken die Gaben gebracht haben, mit einem Verständnis, das so etwa zu verstehen ist:

Okay Gott, ich hab Dir jetzt soviel Bauholz, Gold und Silber gestiftet, da will ich aber auch was sehen. Ne gute Ernte die nächsten 10 Jahre wäre das mindeste…

So läuft das aber nicht. Dadurch verkäme die ganze Geschichte zum Feilschgeschäft. Für soviel Baumaterial gibt es soviel Schutz von Gott, wer weniger gibt muß auch mit Schicksalsschlägen rechnen…? Gott als Schutzgelderpresser!

Genau das ist Gott aber nicht. Er prüft die Herzen, also die Gedanken der Menschen, und freut sich über Aufrichtigkeit. Wer unaufrichtig ist, hat keinen Vorteil durch seine finanziellen Möglichkeiten. Aber er schließt sich aus der Festgesellschaft aus, die zusammenkam um Gott ohne Hintergedanken zu feiern.

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Eine Antwort zu Tageslosung zum 24.03.2012 (1. Chr 29, 17)

  1. Interplanetar schreibt:

    Falsche Erinnerung, Wahrnehmungsstörung, ungeprüfter Gang, ist keine Dienstleistung mit Gütequalität, Verbraucher-, Versicherungs-, Patent-, Rechtsschutz.
    Subkultischem Wahn, weder Recht, noch gerecht, noch Treu und Glauben, noch Zuwendung, nach dem Recht, wird auch mit Selbstbeweihräuscherung kein Recht, Gerechtigkeit, Liebe.

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