Schutz

Hab grad nen Artikel auf Nico Lummas Blog Lummaland gelesen zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (was n Wort). Er kritisiert ein wenig die Kritik am Vertrag, lehnt ihn aber auch ab, so wie er jetzt ist, aber das interessiert mich hier nur nebenbei (zu dem Thema gibt es kompetentere Blogger, die sich oft und gt geäußert haben, ich muß hier nicht für eine schlechte Redundanz sorgen). Hängen blieb ich an einer grundsätzlichen Frage:

Ich bin Vater zweier Kinder und würde mich als durchaus medienkompetent bezeichnen. Aber ich habe auch keine coole Patentlösung, die dafür sorgt, daß meine Kinder nur Inhalte im Internet sehen, die für sie geeignet sind.

Mir geht es nicht m die Patentlösung, die hat keiner, sondern es geht m die Zielvorstellung „daß meine Kinder nur Inhalte im Internet sehen, die für sie geeignet sind“.

Es ist verständlich, wenn hier ein Vater nach umfassendem Schutz für seine Kinder ruft. Auch für mich als (noch) Kinderlosen. Doch stellt sich mir ernsthaft die Frage, wann es denn überhaupt einen 100% Schutz gegeben hat. Es gibt Möglichkeiten, man könnte beispielsweise selbst nur Seiten freischalten, die man für die Kinder für ungefährlich hält, ob das die bei Marina Weisband genannten Toggo, Blinde Kuh und Kindernet sind, oder ob sonst noch was erlaubt wird, kann man selbst festlegen.

Kann man umgehen? Natürlich! Genauso wie man andere Verbote umgehen kann. Und Kinder tun das, das kenne ich noch as meiner eigenen Kindheit. Der Trick liegt darin, weniger nach dem Staat als Regulierer zu rufen, sondern selbst zu sehen, daß die eigenen Kinder Schutz haben. Und hierbei unterstützen, das wäre doch ein sinnvoller Jugendmedienschutz durch den Staat. Aber geschieht etwas in die Richtung? Nein. Ich frage mich, warum die Kirchen hier nicht einspringen: Die Vertriebsnetze von Informationen zur Medienerziehung hätten auch sie…

Wo war ich? Ah, ja, umgehbare Verbote: Welche Jugendlichen hätten nicht irgendwo nen älteren Freund aftreiben können, der ihnen Alkohol und anderes besorgen konnte, so diese das wollten?

Die Technik ermöglicht uns viele neue Dinge, doch wird sie nicht die Gefahr bannen, daß unsere Kinder irgendwo irgend etwas ungeeignetes sehen, hören oder lesen, wenn wir es gerade nicht bemerken oder nicht da sind. Ich denke wichtiger als sie vor diesen Erfahrungen zu bewahren (manche nennen es Welt, und ja, es ist schmerzhaft die Kinder mit der Welt konfrontieren zu müssen, denn die Welt ist hart und grausam, auch zu den Kindern) ist es, bereit zu stehen wenn die Kinder etwas gesehen oder erlebt haben, das ungeeignet war, und ihnen zu helfen das zu klären, das einordnen zu können und den Umgang damit zu lernen. Das ist schwierig, aber das ist nach meiner Meinung die Verantwortng, die man übernehmen mß mit jeder neuen Technik. Und diese Verantwortung kann man nicht auf den Staat abschieben und auch noch verlangen, daß der den 100% Schutz bietet den es in dieser Welt nicht gibt, nirgends! Das wäre das Zugeständnis, daß man sich eine Obrigkeit zurückwünscht, die die Probleme mit der bösen Welt klärt. Dann darf man sich auch nicht wundern, wenn man genau diese Obrigkeit bekommt, und die dann eben wie in alten obrigkeitsstaatlichen Zeiten regiert.

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2 Antworten zu Schutz

  1. 1000sunny schreibt:

    Ich wünsche mir diese ganze Zensur mal auf den Straßen. Da fahren unzensierte Autos über Kinder, die dafür nicht geeignet sind. Und dann müssen Kinder in Krankenhäusern Dinge sehen (und erleben) für die sie definitiv noch nicht die Altersgrenze erreicht haben (Hämatome, Knochenbrüche, Gewalt,…).
    Aber auch Kletterbäume im Wald, und wie Du so schön sagst, die ganze Welt eigentlich. München geht da schon zukunftsweisend voran, jeder Ast der von Kindern beklettert werden könnte wird da abgesägt und die Äste fangen also in der Stadt nur in 2 Meter Höhe an. Bleibt immer noch das Problem mit dem echten Wald. Den könnte man aber einfach abfackeln, es braucht nur den politischen Willen Kinder echt zu schützen.
    Ach und vor was man sie vor allem schützen sollte wäre der Kontakt mit Erwachsenen, wir lesen ja in jeder Zeitung was da alles passieren kann. Also weg mit der Welt, Kinder sind einfach zu kostbar und zerbrechlich.

  2. Interplanetar schreibt:

    Kindersicherung gibt es teilweise kostenlos im Netz.
    http://www.softonic.de/s/freeware-kindersicherung

    100%ige Sicherheit weiß ich nicht. Auch höher entwickelte Tiere werden sich selbst gewahr. Der Unterschied liegt allenfalls darin, dass sie eher nicht verantwortlich handeln können, ihr Gehirn auch nicht wissen.

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