Web 3.0 oder wie feier ich Gottesdient im Internet?

Web 2.0 ist ja ne tolle Sache, so von wegen sozial und so. Man kann sich in sozialen Netzwerken mit Bekannten und Unbekannten vernetzen, Meinungen austauschen, Aktionen planen etc, man kann per Twitter oder RSS Feed immer auf dem Laufenden bleiben und somit einen Großteil seines sozialen Lebens ins Netz verlagern.

Schön und gut. Als Theologiestudent frag ich mich da natürlich auch: Wie kann die Kirche das nutzen, oder konkret ich später als Pfarrer, wenn ich denn übernommen werde…

Klar, man konnte schon bei Web 1.0 Predigten ins Netz stellen und in nem Forum oder einer Mailingliste dogmatische oder ethische Grundsätze diskutieren. Inzwischen hat man vielerlei Möglichkeiten, seine Meinung darzustellen: Per Blog, per youtube-Filmchen oder was es alles gibt. man kann sich mit den gängigen sozialen Netzen auch Leute suchen, die das vielleicht sogar interessant finden könnten. Aber all das bezieht sich doch nur auf Informationsaustausch. Ich sag meine Meinung, andere geben per Kommentar ihren Senf dazu, und vielleicht entwickelt sich sogar ne Diskussion und man geht mit einem Gewinn da raus. Oder es kommt zu nem Flamewar, dann ist der Gewinn wohl geringer…

Was mir fehlt ist vielleicht eher im emotionalen Bereich angesiedelt: Ich kann prima nen Gottesdienst ins Netz übertragen, so wie es im ZDF die Gottesdienstübertragungen gibt. Ich kann Menschen mit Informationen zuschmeißen, wenn ich mir die Zeit dazu nehme. Aber was bisher nicht geht ist: Gottesdienst MITeinander zu feiern über’s Netz.

Zum Beispiel solche Sachen wie gemeinsames Gebet oder Liedgesang. Beim Gebet mag es noch klappen: Der Pfarrer spricht etwas vor und die einzelnen Streamgucker beten mit. Das Gebet ist ja auch eher eine individuelle Sache. Aber spätestens beim gemeinsamen Gesang wird es dann komisch. Man stelle sich vor: Eine Anzahl X an Personen sitzt sonntags (oder wann auch immer) gemeinsam vorm Computer, aber jeder in seiner eigenen Ecke in Deutschland (oder vielleicht sogar der ganzen Welt) und brummt so vor sich hin. Gemeinschaftserlebnis ist anders. Und ich denke, das gehört irgendwie zum Gottesdienst dazu, daß man sich auch als Teil einer Gemeinschaft begreifen kann, die zusammen handelt. Vorm Computer handelt jeder für sich. Die Predigt versteht jeder für sich. Aber darüber hinaus?

Ich frage mich, ob es Techniken oder Ansätze gibt, auch das per Netz hinzukriegen, und es ist eine offene Frage, die vielleicht auch nicht nur für die Kirchen interessant sein könnte, sondern allgemein für Leute die an Kommunikation interessiert sind (Medienwissenschaftler anyone?). Vielleicht ist es auch gar nicht möglich, wer weiß. Ich möchte hiermit einfach einmal die Anfrage stellen und sehen, ob jemand gute Ansätze kennt, oder ob jemand einen Grund kennt, warum das nicht funktionieren kann.

Eins noch: Mir geht es hier erst einmal nur um die technische Machbarkeit. Davon unberührt bleibt zunächst, ob das gewollt sein kann. Probleme wie Vereinsamung, wenn Leute nur noch vor dem Rechner hocken und nicht wirkliche Gemeinschaft erfahren etc, können durchaus bestehen und wenn diese Technik gefunden werden sollte, müßte auch eine Diskussion in Gang kommen, unter welchen Umständen das gut ist, bzw. wo die Gefahren liegen und wie man damit umgehen kann.

Also, seid nicht scheu und kommentiert fleißig. Gute Nacht.

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8 Antworten zu Web 3.0 oder wie feier ich Gottesdient im Internet?

  1. Pingback: Vom Gottesdienst im Internet « Lumières dans la nuit

  2. Nachtwaechter schreibt:

    Manuell gesetzter Trackback (diese Technik mal wieder!): Vom Gottesdienst im Internet

  3. bundesbedenkentraeger schreibt:

    Hoppla, zweimal das Gleiche. Sorry, war über’s Wochenende nicht da…

  4. Nachtwaechter schreibt:

    Sorry, ich bin es so sehr gewohnt, dass Dinge unmittelbar erscheinen, dass ich gar nicht erst auf die Idee gekommen bin, dass hier moderiert wird. (Und ich bin es gewohnt, dass man Trackbacks abschaltet, wenn die Spamplage unerträglich wird…)😉

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